Zeitungsbericht aus der Ukraine

Haben wir richtig gehört? In diesem Kinderheim in Blagodadnoje (Oblast Mykolayiv) steht den Kindern kein warmes Wasser zum Duschen zur Verfügung? Und dies, wo doch hier in der Ukraine im Winter Temperaturen von unter -20°C erreicht werden!

Spontan bieten wir der zuständigen Behörde unsere Unterstützung zur Anschaffung eines Warmwasserboilers an.

Mit einem ganz konkreten Ziel vor Augen fällt es uns nicht schwer, im Rahmen von Lichtbildvorträgen über unsere letzte Reise in die Ukraine und nach Moldawien, die Zuschauer für diesen Zweck um Geldspenden zu bitten. Wir versprechen, das Geld gezielt für diese Anschaffung einzusetzen, den Boiler selbst zu erwerben und zu überbringen und den Einbau zu überwachen. Nach getaner Arbeit werden wir dann den Spendern im Rahmen eines erneuten Vortrages präsentieren, wo ihre Spende gelandet ist.

Bei unserem nächsten Besuch in der Ukraine werden wir von der Heimleiterin Svetlana bereits herzlich empfangen. In ihrer Obhut wachsen über 30 Kinder im Alter zwischen 6 und 15 Jahren aus ärmlichsten oder zerrütteten Familienverhältnissen in dem erst vor wenigen Jahren eröffneten Kinderheim auf. Noch mangelt es an vielem: Personal, Unterrichtsmaterialien, Spielzeug… Duschen ist mangels warmen Wassers praktisch nur im Sommer möglich.

Im Winter muss in einer aufwendigen Prozedur den Kindern beim Waschen in einer Schüssel auf dem Ofen erhitztes Wasser beigemischt werden. Das soll nun bald der Vergangenheit angehören.

Sogar die örtliche Presse hält es für würdig, einen Beitrag über unsere Hilfsaktion zu schreiben und schickt eine Reporterin für Fotos und Interview vorbei. Im Gepäck dabei haben wir zwei große Kartons mit den Warmwasserboilern, die wir tags zuvor mit Hilfe unserer ukrainischen Freunde in einem Elektromarkt beschafft hatten. Dank der großen Spendenbereitschaft für unser kleines Projekt hat das gesammelte Geld sogar für zwei Boiler gereicht, so dass je ein Boiler in der Jungen- und der Mädchen-Dusche installiert werden kann.

Immer wieder haben wir zuhause die aufmunternden Worte gehört: “ Ihr habt ein ganz konkretes Hilfsprojekt vor, diese direkte und unkonventionelle Hilfe wollen wir fördern. Bei euch sind wir uns sicher, dass das Geld nicht irgendwo im Verwaltungsapparat oder gar in irgendwelchen dunklen Kanälen verschwindet“. Jeder eingesammelte Cent soll direkt den Kindern zugute kommen.

Die Boiler wurden kurz nach unserem Besuch von ukrainischen Installateuren, die die Montage ebenfalls ohne Lohn leisteten, eingebaut. Selbstverständlich haben wir uns anhand einer Fotodokumentation, Mails und Anrufen von der Funktionstüchtigkeit der Boiler überzeugt. Nun kann sich die gesamte Kinderschar auf eine für uns selbstverständliche Dusche mit warmem Wasser freuen.

Es ist ein großartiges Gefühl, bedürftigen Kindern mit relativ geringem Zeitaufwand und vertretbaren kleinen Geldbeträgen einen großen Dienst geleistet zu haben.

Manuel Lauterbach und Martin Moder

Fotodokumentation:


Übergabe der Boiler an das Kinderheim


Gesprächsrunde im Kinderheim mit Behörde, Presse und Direktorin


Mit der glücklichen Direktorin vor dem Kinderheim


Fertiginstallierte Warmwasserboiler im Waschraum

Vorstand
Ausschnitt aus der ukrainischen Zeitung von unserer Hilfsaktion